Volatilität als Erfolgsfaktor?

Der April war ein guter Monat, vor allem dank den angekündigten Quartalsergebnissen der Unternehmen. Der Strategic European Silver Stars Fund erzielte im April eine Rendite von 3,13 %, der Referenzindex hingegen gewann 2,21 % dazu. Damit entwickelten sich am Wirtschaftswachstum ausgerichtete Aktien erneut besser als defensive Aktien. Im bisherigen Jahresverlauf beträgt die Rendite des Fonds 14,19 %, was im Vergleich zum Referenzindex (10,60 %) einer um 3,59 % besseren relativen Entwicklung entspricht.

MONATLICHER FONDSKOMMENTAR
6 Mai 2021

Der April war ein guter Monat, vor allem dank den angekündigten Quartalsergebnissen der Unternehmen. Der Strategic European Silver Stars Fund erzielte im April eine Rendite von 3,13 %, der Referenzindex hingegen gewann 2,21 % dazu. Damit entwickelten sich am Wirtschaftswachstum ausgerichtete Aktien erneut besser als defensive Aktien. Im bisherigen Jahresverlauf beträgt die Rendite des Fonds 14,19 %, was im Vergleich zum Referenzindex (10,60 %) einer um 3,59 % besseren relativen Entwicklung entspricht.

Die größten Beiträge zur Wertentwicklung im April erbrachten Ipsos (+0,76 %), Akwel (+0,62 %) und Just Eat Takeaway (+0,44 %). Iliad verursachte im Berichtsmonat den größten negativen Beitrag ( 0,39 %), gefolgt von Albioma (-0,34 %) und Trigano (-0,13 %).

Im ersten Quartal verzeichneten die Erlöse aus organischem Wachstum von Ipsos einen unerwartet starken Zuwachs um 14 %. Die Gründe dafür waren deutlich vielfältiger als in den vergangenen Quartalen, auch wenn Aktivitäten des öffentlichen Sektors (zum Teil im Zusammenhang mit Corona) mit Abstand am wichtigsten blieben (+49 %). Angesichts der hervorragenden Umsatzzahlen für das erste Quartal und eines soliden Auftragsbestands visiert das Unternehmen für das Jahr 2021 Umsätze über dem Niveau von 2019 an (bereinigt um Währungseffekte und Konsolidierungskreis). Ursprünglich hatte man für das Jahr 2021 ähnliche Umsätze wie im Jahr 2019 geplant.

Trotz eines soliden Aufschwungs in den letzten Monaten wird Ipsos weiterhin zu niedrigen Bewertungsmultiplikatoren (ca. 11 x KGV 2021) gehandelt. Dies entspricht unserer Ansicht nach einer bedeutenden Unterbewertung der Fundamentaldaten, des mittelfristigen Wachstumsprofils (ca. 10 % Wachstum des Ertrags pro Aktie p. a.) und der Generierung von freiem Cashflow (FCF). Dementsprechend bildet Ipsos mit einem Engagement von über 9 % die zweitgrößte Position im Fonds.

Im Februar kündigte Akwel ein Betriebsergebnis und FCF von über 100 Mio. Euro für das Jahr 2020 an, deutlich über den Zahlen des Jahres 2019. Damit hätte der Autozulieferer in einem Jahr, in dem die Fahrzeugproduktion um 16,2 % schrumpfte, ein sehr solides Ergebnis erzielt. Die Anfang April veröffentlichten tatsächlichen Zahlen fielen mit einem Betriebsergebnis von 114 Mio. Euro und einem FCF von 128 Mio. Euro sogar noch besser aus. Dies entspricht einer vorläufigen Rendite von 15 % auf Grundlage einer Marktkapitalisierung von 837 Mio. Euro. Akwel erwartet eine Zunahme der Geschäftsaktivität im Geschäftsjahr 2021, und die solide Bilanz (Netto-Cash-Position) eröffnet der Unternehmensgruppe Chancen für externes Wachstum. Sie könnte entweder ihr Produktsortiment über Verbrennungsmotoren hinaus erweitern oder ihre geografische Positionierung verbessern.

Nach einer stabilen Wertentwicklung im März und der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal 2021 verzeichnete Just Eat Takeaway im Berichtsmonat wieder eine Aufwärtstendenz. Der Auftragswert erhöhte sich um 79 % auf 200 Mio. Euro. Es handelt sich um das vierte Quartal in Folge mit beschleunigtem Wachstum. Laut einer Meldung von Reuters will die Biden-Administration die Gig-Economy (also Vermittlungsplattformen für Auftragnehmer/-innen) in die Pflicht nehmen. Der Arbeitsminister sprach sich demnach dafür aus, Gig-Worker als Beschäftigte mit Anspruch auf Mitarbeitervorteile einzustufen. Dies lässt einen politischen Kurswechsel erkennen, der die Kosten für Unternehmen erhöhen dürfte, die von Plattformen wie Doordash, Uber und Lyft abhängig sind.

Wie wir in den vorherigen Monatskommentaren bereits erwähnt haben, werden in Europa derzeit ähnliche Rechtsvorschriften eingeführt oder geprüft. Just Eat Takeaway handelt als einziges Unternehmen seiner Branche korrekt und stellt seine Kuriere/Kurierinnen an. Unserer Meinung nach ist die Aussage der Gig-Economy, laut der sich die Fahrer/-innen Flexibilität wünschen, nicht richtig – und Just Eat Takeaway beweist, dass beide Ansprüche (Flexibilität und Sicherheit) auch in großem Maßstab vereinbar sind.

Bei den drei Unternehmen mit den größten negativen Beiträgen im Berichtsmonat gab es keinerlei Meldungen, die den Kursrückgang im April rechtfertigen würden. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass sie als mögliche Corona-Gewinner einzustufen sind. Dementsprechend werden sich unsere regelmäßigen Leser/-innen daran erinnern, dass diese drei Namen im Lauf des Jahres 2020 mehrfach als Unternehmen mit den höchsten Beiträgen genannt wurden.

Wir verringerten die Positionsgrößen der drei Unternehmen im Zuge der umfassenden Rotation im September und Oktober letzten Jahres deutlich. Ausschlaggebend war das verringerte Aufwärtspotenzial als Differenz zwischen unserer auf Fundamentaldaten beruhenden Bewertung und dem Marktpreis. Derzeit sind diese Aktien bei den Anlegern in Ungnade gefallen. Die Gründe dafür sind unserer Meinung nach falsch, denn die Pandemie und ihre Folgen haben den möglichen Zielmarkt entweder deutlich vergrößert oder verändert. Wir nutzten die aktuelle Schwäche, um unsere Positionen erneut – und in manchen Fällen deutlich – auszubauen.

Wir können nur wiederholen, was wir im vorhergehenden Kommentar zu den negativen monatlichen Beiträgen erläutert haben: Laut unserer Fundamentalanalyse zeigten viele zyklische Aktien nach der stärksten überdurchschnittlichen Entwicklung aller Zeiten gegen Monatsende erste Anzeichen für eine Überhitzung. Dies wirft die Frage auf, ob die Marktbewertungen nach dieser Rallye vielleicht überzogen sind. Zwar ist der Großteil des Gewinnwachstums in der bisherigen Berichtssaison auf zyklische Titel zurückzuführen, von denen eine bislang beispiellose Anzahl noch vor der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal ihre Jahresprognose hochsetzte. Dennoch könnten manche Kursreaktionen darauf hinweisen, dass viele der guten Nachrichten zumindest aktuell bereits eingepreist sind.

Wir erkennen mehrere Warnzeichen, unter anderem:

  • Eine extreme Risikofreudigkeit bei zyklischen Aktien.
  • Bewertungen fast auf dem Niveau von Allzeithochs für Papiere außerhalb des Finanzsektors.
  • Laut Einkaufsmanagerindex sehr hohe Erwartungen mit einem Abschlag, der einem Wachstum des europäischen BIP um 5,5 % entspricht.

Diese Aspekte könnten den Verlauf der Erholung während der Berichtssaison im Sommer weiter unter Druck setzen. Wir gehen aber davon aus, dass bis dahin die Impfkampagnen und die Öffnung der Wirtschaft für eine weitere Aufschwungphase an den Märkten sorgen werden.

Wie wir in der Vergangenheit bereits erläutert haben, wollen wir nicht entweder dem Value- oder dem Growth-Investing zugeordnet werden. Wir richten uns nicht nach diesen Kategorien, wenn wir nach Anlagechancen Ausschau halten. Vielmehr haben wir in der Vergangenheit in Value-, Growth- und ganz andere Anlagen investiert und werden dies auch in Zukunft so weiterführen.

Wir sind überzeugt: Dank unserer Allwetter-Strategie und unserer Fähigkeit, mit konträren Ansichten zu investieren, profitieren wir von der Volatilität, statt darunter zu leiden. Dies erklärt auch die deutlich überdurchschnittliche Entwicklung des Fonds seit der Auflegung im Mai 2015.

Wie immer freuen wir uns, wenn Anleger/-innen und Interessierte Fragen zu unserer Sichtweise auf die aktuelle Situation und die im Portfolio gehaltenen Positionen stellen.

Gern können Sie uns kontaktieren oder die Website des Strategic European Silver Stars Fund besuchen >

Adam TurbervilleAdam Turberville
Direktor
+44 1481 742380
a.turberville@ericsturdza.com

 


Die im vorliegenden Dokument enthaltenen Ansichten und Aussagen, auch jene bezüglich der Beitragsanalyse, stammen von Pascal Investment Advisers SA in der Eigenschaft als Anlageberatungsgesellschaft des Fonds, entsprechen dem Stand zum 04.05.2021 und beruhen auf internem Research und internen Simulationen. Die vollständigen rechtlichen Hinweise finden Sie auf unserer Website.

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